Skip to content
2010/09/04 / halbnachvoll

Abwrackprämie lieber für die Regierung als für Autos


Ja, die Abwrackprämie. Was haben wir der Umwelt (und in erster Linie dem Wahlkampf) nicht für einen riesigen Gefallen damit getan, und gleichzeitig noch kräftig die Automobilwirtschaft angekurbelt. Ganz erstaunt ist man jetzt bestimmt darüber, dass in diesem Jahr dafür der Absatz genauso stark zurückgegangen ist, was den einen oder anderen Händler sogar in die Insolvenz treiben könnte. Insgesamt sind 5 Milliarden Euro (immerhin knapp die Hälfte des jetzt fälligen Sparpaketes) dafür ausgegeben worden, dass sich die Deutschen ihren nächsten Wagen (in den meisten Fällen eher einen Kleinwagen) etwas eher kaufen, als es geplant war. Dafür fehlt die Kohle jetzt an allen Ecken und Enden. Der Nutzen für die Umwelt ist auch fraglich, schliesslich gehen in die Umweltverschmutzung auch in hohem Maße der Co²-Ausstoß, Wasserverbrauch und Schadstoffentsorgung bei der Produktion der Fahrzeuge ein – nicht nur die vielleicht etwas höheren Abgaswerte während des Gebrauchs. Außerdem wurden gerade zu Beginn auch eine Reihe Fahrzeuge statt zum Verschrotten zum Beispiel nach Afrika geschifft und tragen dort munter weiter zur Klimaerwärmung bei.

Im Gegensatz zu den 5 Milliarden für neue Autos mit Verbrennungsmotoren werden ganze 150 Millionen für die Erforschung und Verbesserung der Elektromobilität ausgegeben, was dann großartig als riesige Investition in unsere Zukunft angepriesen wird. Zumal der Strom dafür ja auch in nächster Zeit wohl aus Atomkraftwerken kommen soll – die nächten Generationen werden es uns danken und vor Glück förmlich strahlen. Warum sollte unser als „Klimakanzlerin“ gefeeirter Ober-Lemming denn auch stärker die erneuerbaren Energien fördern? Genaugenommen heisst „Klima-Kanzlerin“ ja nicht „Gutes-Klima-Kanzlerin“, darum ist da ja viel Spielraum offen.

Ich plädiere hiermit für eine Abwrackprämie für die Regierung, meinetwegen würde ich da selber noch ein paar Euro drauflegen. Wir sollten sie dann nur nicht auch den Afrikanern aufhalsen wie zu Beginn die Abgas-Schleudern. Alternativ wäre auch ein Redeverbot für unsere Spezialisten in Kanzleramt und Ministerien geeignet, um völlig unsinnigen CO²-Ausstoß in Deutschland schon spürbar zu verringern, von der Reduktion der Lärmverschmutzung ganz zu schweigen…

Advertisements
2010/09/03 / halbnachvoll

CDU sagt der Kirche, was christlich ist und was nicht


So an alle die schon dachten, sie würden hier nichts mehr von mir lesen, zunächst einmal ein großes Ätsch. So schnell wird man mich dann doch nicht los, ich bin schließlich nicht der Sarrazin *g*. Doch nun zum Thema.

Anfang August kritisierten die Kirchen die Höhe der Hartz-IV Regelsätze. Als Katholik begrüßte ich diesen Vorstoß, zumal bisher so gut wie gar nichts zu diesem Thema zu hören war. Der CDU waren diese Aussagen aber wohl ein Dorn im Auge, zumindest der stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag, Ingrid Fischbach. Ihrer Meinung nach ist es unchristlich, Schulden aufzunehmen, um den Bedürftigen zu helfen – wohl im Gegensatz dazu, einen um ein Vielfaches höheren Schuldenberg aufzuhäufen, um den Millionären, Börsenzockern und Banken zu helfen oder um Kriege zu führen. Das sind doch alles Sachen, die uns Christen am Herzen liegen! Jeder kennt doch schliesslich die Zitate „Liebe deinen Panzer wie dich selbst“, „Und Jesus jagte die Hartz-IV-Empfänger aus dem Tempel“ oder „Die Abzocker werden das Himmelreich erben“ aus der Bibel. Und die ist ja bekanntlich gleichzusetzen mit dem Parteibuch der CDU – wer die nicht wählt, kann ja gar kein echter Christ sein.

Jetzt hat die gute Frau der Kirche aber mal gezeigt, wo der Hammer hängt! Da ihre Partei das große „C“ im Namen hat, sind die Kirchen wohl immer gut, um für die CDU Stimmen zu binden. Aber was jetzt christlich ist und was nicht, bestimmt doch bitte schön die CDU, die sind doch wohl besser dafür geeignet als die Kirchen! Und das „D“ für „demokratisch“ haben sie wohl auch nur im Kürzel, weil das immer gut ankommt, ansonsten wäre es doch wohl vermessen, Anderen den Mund verbieten zu wollen. Was kommt als nächstes? Schreibt die CDU den Franzosen vor, was denn wohl französisch ist und was nicht? In der Vergangenheit hat sich gezeigt, was passiert, wenn ein paar Größenwahnsinnige den Kirchen vorschreiben, was denn christlich sein soll. Daraus resultierten solch unterhaltsame Veranstaltungen wie die Kreuzzüge und Hexenverbrennungen. An Frau Fischbachs Stelle würde ich gerade deswegen den Mund lieber nicht zu voll nehmen – vielleicht will einer ihrer Parteikollegen ja diese wieder einführen…

2010/08/05 / halbnachvoll

Sommerpause


Der aufmerksame Leser hat es sicher schon gemerkt, die Häufigkeit neuer Beiträge nimmt ab. Damit man jetzt nicht jeden Tag nachschauen muss, ob es doch etwas Neues gibt, gehen wir einfach im August in die Sommerpause. Bitte lassen Sie sich in der Zeit bis zum September von unseren Aushilfskomikern in den Regierungsparteien unterhalten. Danach starten wir hier dann wieder durch!

2010/07/29 / halbnachvoll

Überflüssiger Kündigungsschutz


Es gibt schon so einige Schlaumeier, die ganz tolle Vorschläge für die Wirtschaftspolitik in Deutschland haben. In der Regel profitieren bei deren Umsetzung nur sie selbst und Ihresgleichen, aber hey – es kann ja nicht Allen gut gehen! Schon gar nicht in einer Krise. Nein, wir meinen nicht die Krise, die Sie jeden Tag bekommen, wenn Sie auf ihr Konto oder in die Tageszeitung schauen, sondern die Wirtschaftskrise, Sie Eumel! Ein großes Teilproblem unserer Gesellschaft ist dabei die Arbeitslosigkeit. Gott sei Dank gibt es ja spezialisierte Schlaukopf-Experten (dies ist meines Wissens nach der Fachausdruck für solcherlei Geschmeiss), die in nie enden wollender Aktivität ihre Ansichten meist verbal in die Öffentlichkeit erbrechen. Zu jenen possierlichen Exemplaren unserer Gattung zählt wohl auch DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Im Qualitätsschundblatt „BILD“ macht er fünf phantastische „Forderungen“, die wir nur zu erfüllen brauchen, damit die Wirtschaft wieder so richtig in Schwung kommt – also zumindest für Hans Heinrich und seine Kumpels – und glauben Sie mir, Sie gehören bestimmt nicht dazu!

Darunter befinden sich zum Beispiel Evergreens wie die Forderung, den Kündigungsschutz doch bitte zu lockern – konkret soll der Schutz statt wie bisher bei Betrieben ab 10 Mitarbeitern erst bei solchen ab 20 Mitarbeitern greifen. Die Begründung ist hier wieder einmal sehr platt: Es gibt doch so viele Betriebe mit zehn Mitarbeitern, die gerne einen elften einstellen wollen, sich das aber wegen des „verschärften“ Kündigungsschutzes nicht trauen. Denn dann dürfen sie die Leute nicht einfach planlos auf die Strasse werfen, was für eine Frechheit aber auch! Ich finde, Hans Heinrich vernachlässigt aber hierbei ganz deutlich die Betriebe mit 20 Mitarbeitern, die gerne einen 21. einstellen wollen. Wie man sieht, greift das Argument bei praktisch jeder Betriebsgröße und kann somit endlos weiter gesponnen werden, bis man den Kündigungsschutz gleich ganz aufheben kann.

Oder der hier: Betriebe sollen ihre gut ausgebildeten Kräfte kündigen und ohne Verzögerung wieder einstellen können, diesmal aber befristet, versteht sich. Im Klartext: Stellen Sie sich vor, sie sind ein gut ausgebildeter Facharbeiter mit einer Festeinstellung. Wenn sie jetzt in einem der obengenannten Betriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern arbeiten, so kann Sie der Chef nach Hans Heinrichs Vorstellungen einfach grundlos kündigen und ohne nennenswerten Abstand wieder befristet einstellen. Dieses Spielchen darf er dann je nach Bedarf in einer Endlosschleife wiederholen. Da kommt doch Freude auf, oder? Wie bitte, ich höre Beschwerden? Das ganze undankbare Pack soll doch froh sein, dass solch tolle Arbeitsplätze geschaffen werden, zumindest solange sie genug Profit abwerfen. Wenn Sie gerade nicht gebraucht werden, kann man Sie dann immer noch kurzerhand rauswerfen und als faules, arbeitsscheues Gesindel beschimpfen…

2010/07/29 / halbnachvoll

Bürgerarbeit, die


Eine verwirrende Worterfindung von Arbeitsministerin Ursula Von der Leyen ist die sogenannte „Bürgerarbeit“. Da in den Genuss selbiger ausschliesslich Hartz-IV-Empfänger kommen, drängt sich die Frage auf, ob denn alle Menschen in diesem Land, die keine AlgII-Leistungen empfangen überhaupt keine Bürger sind. Treffender müsste es also wohl „Hartz-IV-Arbeit“ heissen. Nun ja es wird die Bürgerarbeit noch nicht einmal für alle Leistungsempfänger geben. Nur wer innerhalb einer sechsmonatigen „Aktivierungsphase“ mit intensiver aktiver Vermittlung seitens der Sachbearbeiter nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht werden kann, wird in eine Bürgerarbeitsmassnahme gesteckt. Moment mal – aktive Vermittlung durch den Sachbearbeiter? Was war denn bisher auf dem Tagesplan, passive oder gar keine Vermittlung etwa? Oder waren die Sachbearbeiter bisher so sehr mit der Verhängung von Sanktionen beschäftigt, dass sie einfach keine Zeit für die „intensive aktive Vermittlung“ in Arbeit hatten?

Aber jetzt bloss keine Angst haben, es würde Ihnen der Spass beim Beschimpfen der AlgII-Empfänger vergehen – die Bürgerarbeitler sind immer noch von Staatsgeldern bezahlt, es ändert also nichts daran, dass man sie als faules, auf Staatskosten lebendes Pack bezeichnen darf. Glück gehabt, was? Kritische Zeitgenossen mögen sich fragen, wo denn da der Einspareffekt bestehen soll, und richtig, auf den ersten Blick existiert dieser gar nicht. Allerdings holen wir uns einen großen Teil der Bezahlung der Bürgerarbeiter (600 Millionen Euro) von Fördergeldern der EU wieder rein – warum diese sogar so einen Schwachsinn mit so viel Geld fördern kann, bleibt dem denkenden Wesen schleierhaft.

Der Bürgerarbeiter soll als Lohn für seine Arbeit brutto 900 Euro bekommen – was kann es schöneres geben, als gezwungenermassen für Vater Staat zu einem Hungerlohn zu arbeiten? So etwas kennt man doch sonst nur aus Ländern wie dem kommunistischen China. Natürlich sollen durch die Bürgerarbeit keine regulären Jobs verdrängt werden (prust!), was ja schon bei den sogenannten 1-Euro-Jobs (in Fachkreisen auch Arbeitsgelegenheiten genannt) hervorragend geklappt hat.

Wir warten gespannt auf weitere lustige Vorschläge wie zum Beispiel Arbeitslager für die Bürgerarbeiter oder eine „Bürgerlegion“ für unsere Bundeswehr.

2010/07/27 / halbnachvoll

Griechen sollen sparen – aber bloss nicht bei ihren Rüstungskäufen


Was mussten sich die Griechen nicht alles anhören, bevor ihnen das rigorose Sparprogramm auferlegt wurde. Pleite-Griechen war da noch einer der harmloseren Begriffe, die nicht nur in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben (und dem von deren Redaktion offensichtlich angenommenen Intelligenzquotienten der Leser in ähnlicher Höhe) zu lesen oder zu hören waren. Sparen sollen die, verdammt nochmal, schliesslich haben die Griechen geschätzte 300 Milliarden Euro Schulden! So schmetterte es von allen Seiten auf die Griechen ein. Es gab sogar genug verblödete Bürger, die persönlich in Form von E-Mails an die griechische Botschaft die Hellenen beschimpften und bedrohten. Man soll ja nicht meinen, wir Deutschen wären politikverdrossen. Die griechische Bevölkerung muss die nächsten Jahre einen sehr harten Sparkurs ertragen, nichtsdestotrotz drängen Deutschland und Frankreich Griechenland zum Kauf von U-Booten und Fregatten – Gesamtsumme der neuen Verträge: Über 4,5 Milliarden Euro. Höchstwahrscheinlich waren die neuen Rüstungskäufe sogar Voraussetzungen, um in den „Genuss“ des Rettungspaketes zu kommen, welches die EU-Staaten für das Land geschnürt hatten. Tja, wer solche Freunde hat, braucht eigentlich keine Feinde mehr, gegen diese Art von „Gönnern“ nutzen leider die paar Kriegssschiffe nichts. Wenigstens wir sollten aber angesichts solcher Praktiken die Verlogenheit unserer Regierungen im Hinblick auf die Notwendigkeit des Sparens und Kürzens bei der griechischen Bevölkerung erkennen, wenn wir nicht vollkommen naiv sind. Das gemeine Volk spart nämlich weder für sich oder seine Kinder, sondern nur für die Aufrechterhaltung der gegebenen wirtschaftlichen Verhältnisse – das gilt nicht nur für Griechenland. Falls Griechenland übrigens kein Geld haben sollte, die Schiffe zu kaufen, können wir dreimal raten, wer für die Kosten aufkommen wird…

2010/07/25 / halbnachvoll

Verursacherprinzip bei Krankenkassen?


Ah, endlich ist es wieder so weit. Diesen Sommer hat es wahrlich lange gedauert, bis mal wieder die Forderung gestellt wurde, Übergewichtige höhere Beiträge an die Krankenkasse zahlen zu lassen. Dieses Mal kam sie laut „Bild“ von CDU-Politiker Marco Wanderwitz (Name nicht von der Redaktion geändert, sondern ist wohl Programm). Der Chef Jungen Dummen Gruppe in der Unionsfraktion hat wohl auf dem letzten Schützenfest ein paar zuviel gehoben und kurz darauf das Interview gegeben. Hoffentlich weiss seine Krankenkasse nichts davon! Besonders originell ist diese Forderung ja nicht, seit Jahren werden wir jeden Sommer damit konfrontiert. Und wie immer fragt man sich dann, wie denn mit all den anderen „Risikogruppen“ äquivalent dazu verfahren werden soll. Raucher, Alkoholiker, Freizeitsportler und dergleichen können unter Umständen ebenso hohe Kosten verursachen. Wenn jetzt das Verursacherprinzip gelten soll, können wir auf gesetzliche Krankenkassen ganz verzichten, bei den Privaten wird man doch sowieso in bestimmte Risikogruppen aufgeteil und zahlt auch dementsprechend mehr oder weniger Beiträge. Nehmen wir zum Beispiel ältere Menschen. Ganz schön frech von denen, einfach so alt zu werden, wissen sie doch das das zu erheblichen Mehrkosten für die Krankenkassen führen kann! Warum werden übrigens die Arbeitgeber im gleichen Atemzug immer mehr von den Beiträgen zur Krankenkasse entlastet? Ist nicht gerade in jüngerer Zeit der Stress und die körperliche Belastung am Arbeitsplatz in vielen Fällen ein Hauptgrund für einen Großteil der auftretenden Krankheiten? Was ist mit den Menschen, die sich – weil sie nicht dick werden wollen – statt gezuckerter Lebensmittel solche mit krebserregenden Süßstoffen reinziehen? Da kann man ja gleich einfach alle Bürger höhere Beiträge zahlen lassen – ach so stimmt ja, das haben wir ja schon…