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2010/12/10 / halbnachvoll

Dumpinglohn-Unternehmern wird das Fürchten gelehrt!


Unternehmer, die ihre Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen arbeiten lassen, ist bei dieser Meldung sicher der eisige Schrecken in alle Glieder gefahren, das Oberlandesgericht Naumburg bestätigte jüngst die Verurteilung eines Unternehmers zu einer Geldstrafe, da er seinen Mitarbeitern einen Lohn zwischen unter einem Euro und 1,79 Euro bezahlt habe. Von August 2004 bis Januar 2006, also 18 Monate lang hat er Monatslöhne zwischen 60 Euro und 170 Euro gezahlt – zugestanden hätte den Arbeitnehmern laut Gericht 1290 Euro. Je Arbeitnehmer hat der in Fachkreisen bestimmt als „innovativ“ bezeichnete Unternehmer also je Monat mindestens 1120 Euro zuwenig an Lohn gezahlt – das macht in der obengenannten Zeit von 18 Monaten also pro Arbeitnehmer 20.160 Euro. Hinzu kommen die zuwenig gezahlten Sozialbeiträge – insgesamt wohl rund 69.000 Euro. Leider ist mir nicht bekannt, wieviele Arbeitnehmer bei dem Unternehmen beschäftigt waren, sonst könnte man die Gesamtsumme ausrechnen, die unerlaubt in die eigene Tasche gesteckt worden sind.

Aus diesem Grund greife ich hierzu auf diesen Sozialabgabenrechner zurück, der allerdings nur bis 2009 zurückgeht, so dass es da noch kleine Ungenauigkeiten gibt. Wenn wir mal von dem unwahrscheinlichen Fall ausgehen, dass keiner seiner Arbeitnehmer Kinder hat, berechnet die Internetseite bei einem Bruttolohn von 1290 Euro im Monat in Sachsen-Anhalt insgesamt  513,43 Euro an Sozialbeiträgen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen) pro Person und Monat. Gezahlt wurden aber nur die Beiträge vom gezahlten Lohn (also von 60 bis 170 Euro) – zwischen 16,80 Euro und 47,60 Euro. Das bedeutet, dass im Monat pro Person zwischen 496,63 Euro (513,43 – 16,80) und 465,83 Euro (513,43 – 47,60) zuwenig gezahlt wurden. Dividieren wir dann die zuwenig gezahlten genannten 69.000 Euro durch die 18 Monate, erhalten wir eine Summe von gut 3833 Euro zuwenig gezahlter Sozialbeiträge im Monat. Diese Summe geteilt durch die zuwenig gezahlten Beiträge pro Monat führt zu dem Ergebnis, dass im Schnitt 8 Arbeitnehmer im Monat bei dem Unternehmen beschäftigt waren.  Da Jedem dieser 8 Mitarbeiter zwischen 1120 Euro und 1230 Euro im Monat zuwenig gezahlt wurde, hat unser pfiffiger Arbeitgeber also pro Monat zusätzlich zu den Sozialabgaben noch zwischen 8960 Euro und 9840 Euro an Lohnzahlungen einbehalten – in 18 Monaten also zwischen 161.280 Euro und 177.120 Euro. Addieren wir dann die 31.000 Euro an Arbeitgeberanteil zu den Sozialabgaben hinzu, beläuft sich die Gesamtsumme der illegal einbehaltenen Zahlungen auf zwischen 192.280 Euro und 208.120 Euro.

Ein ganz schöner Batzen Geld! Aber zum Glück gibt es in diesem Land ja Gesetze und vor allem Strafen, die dazu führen, dass sich so etwas nicht so schnell wiederholt! Im Falle von Captain Dumping-Lohn hier, war eine Strafzahlung von sage und schreibe 1000,- Euro fällig – gewaltige ca. 0,5% der unrechtmäßig einbehaltenen Summe. Das wird dem Unternehmer und potenziellen Nachahmern aber eine Lehre sein, sollen sie ruhig wissen, dass der Gesetzgeber in solchen Fällen zu drastischen Maßnahmen greift! Wie man sieht, sind auch „Leistungsträger“ nicht vor der gerechten Strafe durch den starken Arm des Gesetzes gefeit…

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