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2010/10/24 / halbnachvoll

Die Universal-Lösung: Grenzenloses Wachstum


Was muss immer als Lösung herhalten, wenn sich aus den Gehirnwindungen nichts anderes mehr quetschen lässt – selbst wenn man fast eine Minute lang total angestrengt über mögliche Lösungen für ein Problem nachdenkt (oder zumindest ein solches Gesicht macht, dass es danach aussieht als würde man angestrengt nachdenken)? Richtig, das Wachstum wird es richten. Das hat es in der Vergangenheit ja auch schon immer getan. Wachstum ist immer gut, besonders natürlich frei von Regulierungen und Zwängen bestehendes, unkontrolliertes Wachstum ist die Idealform – Krebsforscher können davon ein Lied singen. Schade nur, dass grenzenloses Wachstum offensichtlich alleine in den Gehirnen unserer „Wirtschaftsexperten“ und deren Bauchrednerpuppen möglich ist – dort herrscht nämlich im Gegensatz zum restlichen Universum offensichtlich grenzenloses Vakuum. Sicher, mit Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen lässt sich bei wachsender Produktion der Materialeinsatz ein wenig drosseln – das geht aber dann auch wieder zu Lasten der Arbeitsplätze. Und wieviele neue Dienstleistungen man noch erfinden kann, die eigentlich niemand braucht, kann ich auch nicht so genau sagen. Wachstum ist also nicht die Lösung all unserer Probleme. Wachstum kann sich auch gegenseitig behindern, weil auf einem begrenzten Markt nicht alle wachsen können. So behindert zum Beispiel das natürliche Wachstum des männlichen Geschlechtsorganes, wenn Blut hineingepumpt wird das Wachstum der Gewinne von Herstellern von Potenzmitteln enorm. Ein erhöhtes Wachstum von Rasen würde zwar Tankstellen und den Herstellern von Rasenmähern nutzen, Produzenten von Rasendünger würden dahingegen aber in die Röhre schauen. Sie sehen – Wachstum ist immer ein zweischneidiges Schwert, denn das Wachstum des Einen ist immer eine Verschlechterung der Bedingung des Anderen.

Für das Jahr 2010 hat die Bundesregierung die Wachstumsprognose auf 3,4% erhöht. Wo dieses Wachstum angekommen sein mag, ist mir schleierhaft. Wenn Sie also nicht 3,4% mehr Kohle in der Tasche haben als letztes Jahr, scheint das auch bei Ihnen wohl nicht angekommen zu sein – kommt Ihnen bekannt vor, oder? Wenigstens können Sie sich trösten, dass es schon irgendjemanden gibt, der auf der anderen Seite vom Wachstum profitiert, und das ist doch auch schön zu wissen…

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