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2010/06/03 / halbnachvoll

Die Qual mit der Kopfpauschal


Jaja, die Kopfpauschale. Ein weiteres Thema, auf das ich gerne verzichten würde. In ihrer ursprünglichen Form wird sie jetzt ja auf jeden Fall nicht kommen. Wer jetzt glaubt, dass diese Idee darum fallengelassen würde irrt. Um den gepanzerten Fuß nun doch wenigstens teilweise in die Tür zu bekommen, bekommen wir von Gesundheitsminister Rösler nun eine modifizierte Version vorgesetzt. Im Allgemeinen wird behauptet, dass niedrige und mittlere Einkommen dabei entlastet werden . Wie sich bei genauerer Betrachtung zeigt, wird wohl zumindest der Umsatz der Kosmetikindustrie angekurbelt, wird das Konzept doch für diese Einkommensgruppen deutlich schöngeschminkt. Der aktuelle Vorschlag sieht so aus: Jeder Arbeitnehmner zahlt zusätzlich zu seinen prozentualen Beiträgen 30,- Euro an Prämie monatlich ein. Damit nicht sofort jedem Depp klar wird, dass er nun insgesamt mehr zahlen muss, wird der Anteil des Lohns der Arbeitnehmer von bisher 7,9% auf 7,6% erhöht – Arbeitgeber sollen mit 7,3% statt 7,0% zur Krankenversicherung beitragen. Zusätzlich werden Arbeitnehmer mit einem Einkommen von unter 1000,- Euro brutto nur einen ermäßigten Beitragsanteil von 5% zusätzlich zur Prämie zahlen müssen. Rechnen wir das Ganze doch einmal durch. Laut eines Artikels auf der Internetseite der Tagesschau stehen zwei unterschiedliche Prozentzahlen vom Bruttolohn im Raum – 7,3% oder 7,6%, darum habe ich einmal für beide Varianten eine Tabelle erstellt:

Wenn die genannten Zahlen stimmen, so ist mir schleierhaft, inwiefern jetzt niedrige und mittlere Einkommen entlastet werden sollen – durchweg Alle zahlen mehr als vorher. Gut, wer jetzt genau 1000,- Euro brutto verdient, zahlt nur 1,- Euro mehr. Dafür Zeigt sich die größte Steigerung bei einem Einkommen von knapp über 1000,- Euro: Wer brutto 1100,- Euro verdient, zahlt also 23,40 Euro bzw. 26,70 Euro im Monat mehr. Das Entspräche einem Prozentsatz von 10,03% bzw. 10,33% vom Bruttolohn – rechnet man den Arbeitgeberanteil von jetzt neu 7,3% hinzu, so erhöht sich der Gesamtaufwand für die Krankenversicherung auf 17,33% bzw. 17,63% vom Bruttoeinkommen. Bei so offensichtlichen Steigerungen würde es normalerweise einen riesigen Aufschrei geben. Seltsam, wird doch behauptet, die Einführung einer Kopfpauschale wäre keine Erhöhung der Beiträge durch die Hintertür. Je höher das Bruttoeinkommen wird, umso geringer fällt die Steigerung aus. Bei einem Einkommen von 3700,- Euro ist die Änderung nur gering – von vormals 7,9% stiege der Eigenanteil der Arbeitnehmer auf 8,1% bzw. 8,4%. Ab einem Verdienst von brutto 3750,- Euro kann man sich dann sowieso aus der solidarischen gesetzlichen Krankenversicherung ausklinken – vorausgesetzt man ist kerngesund und möglichst jung. Falls ich jetzt irgendwie mit falschen Zahlen gerechnet haben sollte, so möge man mir das bitte mitteilen.

Da davon ausgegangen werden muss, dass die Pauschale, wenn sie denn erst einmal gesetzlich verankert ist, einen immer größeren Anteil an den Beiträgen einnehmen wird, können wir uns schon mal auf noch höhere Steigerungsraten vor allem bei den niedrigen Einkommen freuen.

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