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2010/05/09 / halbnachvoll

Sexsteuer


Endlich haben wir die Antwort auf die hohe Verschuldung der Städte und Kommunen gefunden – die Sexsteuer (und endlich kann ich mal mit dem Schlagwort „Sex“ jede Menge Besucher anlocken *gg*). In Dortmund soll sie jetzt auch eingeführt werden, andere Städte haben sie wohl schon länger im Programm. Bei den Prostituierten auf dem Straßenstrich sollen jeweils 15,- Euro pro Tag „eingesammelt“ werden.  Zusätzlich soll eine Schranke eingerichtet werden, an der durchfahrende Fahrzeuge eine „Mautgebühr“ von 1,- Euro zu entrichten haben.  Im Deutschlandfunk erklärte der zuständige Dortmunder Stadtkämmerer Jörg Stüdemann zur Praxis des Eintreibens dieser Gebühr:  „Sie glauben gar nicht, wieviel Freiwillge wir haben…hahaha“. Also anders ausgedrückt, die notgeilen Dortmunder Stadtangestellten freuen sich schon sabbernderweise auf das Einsammeln des Schutzgeldes der Gebühr, oder wie jetzt? Sehen wir hier schon einen Testlauf für die in der Gesundheitspolitik geplante Kopfpauschale in Form einer Art Genitalpauschale?

Frauen, die sich auf diese Art und Weise ihr Geld verdienen, machen das in der Regel nicht, weil ihnen der Job so toll gefällt. Man holt sich also einmal mehr das Geld von denen, die schon gebeutelt genug sind, schliesslich müssen die Vermögenden weiterhin geschon werden. Wir sollten auch vor ARGEn solche Schranken aufstellen, so kann man von deren „Kunden“ auch immer einen Euro abknöpfen, wenn sie mal wieder ein Formular abgeben müssen oder zu sonstigen Terminen zitiert werden. Oder vor den Tafeln, auch ne gute Möglichkeit noch Kohle zu machen.

Weiterhin kann unter diesen Voraussetzungen eine Stadt ja nicht mehr daran interessiert sein, den Straßenstrich möglichst klein zu halten oder gar zu bekämpfen, sprudeln hier dann doch schöne Gewinne in die Kassen. Alles, was Geld bringt, kann ja nur rechtens sein. Wenn die Prostituierten schon eine Pauschale zahlen müssen, kommt das dann auch wenigstens deren Renten und Krankenversicherungen zugute? Wohl kaum, der Gewinn soll ja auch den bedürftigen Kindern in der Nordstadt zugute kommen. Ja klar, das kennen wir ja schon zur Genüge, als ob es nicht alles in einen Topf geht.

Bekommt der potentielle Kunde an der Schranke dann eigentlich eine Vignette unter die Scheibe? Ich wär ja für nen Stempel auf der Stirn. Die Gespräche mit der Gattin am Abend wären dann auch interessant: „Du Schatz, ich wollte eigentlich nicht zur Prostituierten gehen, aber mir taten halt die Kinder in der Nordstadt so leid!“. Da das Geld ja einem wohltätigen Zweck dient (sozusagen eine Samen-Spende), sollte man das ausserdem steuerlich absetzen können (auch wenn man nicht Mitglied im VW-Betriebsrat ist).

Wenn sich dann irgendwann herausstellt, dass aus diversen Gründen die Eintreiber der Stadt nicht effizient genug arbeiten, wird dann das ganze einfach an einen privaten „Investor“ verkauft – bringt auch noch ein paar Kröten und hat ja bisher auch immer supi funktioniert (siehe Bahn in Großbritannien bzw. bald auch hier).

Links zum Thema:

Die Umfrage zur Sex-Steuer in der Münsterlandzeitung

Bericht bei dw-world.de

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