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2010/02/20 / halbnachvoll

Von Steuer- und anderen Sündern


Es ist schon erstaunlich, wie viele arme Vermögende plötzlich feststellen, dass sie ja damals irgendwann einmal Geld vorbei am Finanzamt auf verschwiegene ausländische Bankkonten transferiert haben. Der argwöhnische Bürger mag sich zwar fragen, woher das Geld denn nur gekommen sein mag, wo doch augenscheinlich nirgends mehr etwas davon vorhanden ist. Ebenso fordert der fiese unliberale Nichtsteuersünder größtenteils lauthals, dass diese sogenannten Steuersünder doch für ihr Verhalten bestraft werden mögen. Nun ist es allerdings so, dass die Banken mit den obengenannten verschwiegenen Konten ihre „Anleger“ warnen, wenn Daten gestohlen wurden oder sonstwie Ermittlungen gegen die betreffenden Personen eingeleitet werden – und dass es besser ist, zum Mittel der Selbstanzeige zu greifen (diese ist in der Regel bis auf die nachträgliche verzinste Zahlung der Steuern nämlich straffrei). Ich finde das ist ein guter Service, von dem sich unsere dröge deutsche Servicegesellschaft mal eine dicke Scheibe abschneiden kann! Obwohl bei uns gibt es diesen Service auch, allerdings von dort wo man es nicht unbedingt erwartet: Vom Finanzamt. Dieses schreibt nämlich betroffene Steuer-In-Relative-Sicherheit-Bringer im Vorfeld der Ermittlungen schon gerne einmal an und verweist auf die Geschäftsverbindungen zu gewissen steuerentlastenden Banken im Ausland. Und da heisst es immer der Staat würde nicht effizient genug arbeiten! Ich finde man sollte jetzt nicht die armen Steuersünder so fertigmachen, vielmehr bin ich dafür, solche Regelungen in weiteren Bereichen einzuführen:

Beim Falschparken
Wenn man anstatt eines Parkscheins seine Handynummer unter die Windschutzscheibe legt, ruft die Politesse vorher noch einmal an und fragt, ob man seinen Wagen nicht doch lieber woanders hinfahren will, bevor es sonst ein Knöllchen gibt.

Beim Verzehr von übriggebliebenen Maultaschen
Wenn ein Arbeitnehmer Nahrungsmittel zu sich nimmt, die von Besprechungen übriggeblieben waren oder auch schon in die Tonne geworfen wurden, müssen die Arbeitgeber erst nachfragen, ob man nicht doch lieber das Zeug wieder auskotzen möchte und sich damit die Entlassung erspart.

Beim Blitzen wegen überhöhter Geschwindigkeit
Sollte man einmal beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit geblitzt werden, bekommt man die Möglichkeit, zu der entsprechenden Stelle zurückzufahren und noch einmal – und jetzt kommt der Clou – mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit dort entlang zu fahren.

Bei Abgabe seiner Wählerstimme für die FDP
Alle Bürger, die wenigstens jetzt zur Vernunft gekommen sind, könnten ihre Stimme zurückerhalten und sie einer anderen Partei geben.

So kann jeder ganz selbstverantwortlich einfach seine Fehler bereuen und braucht sich nicht um Konsequenzen scheren! Wem noch weitere Beispiele einfallen, kann diese natürlich gerne nennen!

*****

Zum Schluss noch ein paar weiterführende Links zu Artikeln zu diesem Thema:

Offensichtlich glaubt das „manager magazin“, dass eine ausreichende Anzahl seiner Leser Steuern hinterzieht, dass es lohnt dazu einen langen Artikel zu schreiben. Darum gibt es hier den ausführlichen und bezeichnenden Artikel „Amnestie – Ein Leitfaden für Steuersünder

(Video) ARD Panorama: Verbrechen ohne Strafe: Steuersünder retten sich mit Selbstanzeige

(Video) ZDF Heute: Amnestie für Steuersünder gefordert

fr.online.de: Hessischer Rechnungshof: Freie Fahrt für Steuersünder

Focus Online: Steuersünder-CD könnte Fiskus 300 Millionen Euro einbringen

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